Photovoltaik im Winter: Wie viel Strom liefert die PV-Anlage?
Ja, eine Photovoltaikanlage erzeugt auch im Winter Strom – nur deutlich weniger als im Sommer. Der Großteil des Jahresertrags entsteht zwischen April und September. Im Winterhalbjahr von Oktober bis März kommt nach gängigen Faustwerten nur etwa ein Fünftel bis knapp ein Drittel des Jahresertrags zusammen. Kälte schadet der Anlage dabei nicht, im Gegenteil: Entscheidend ist im Winter das fehlende Licht, nicht die Temperatur.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum der Ertrag im Winter sinkt, was Schnee und Frost bedeuten, ob sich ein Speicher in der dunklen Jahreszeit lohnt und warum der Winter trotzdem ein guter Zeitpunkt ist, eine PV-Anlage zu planen.
Warum liefert die PV-Anlage im Winter weniger Strom?
Der Stromertrag einer Solaranlage hängt vor allem davon ab, wie viel Sonnenlicht auf die Module trifft. Im Winter kommen gleich mehrere Faktoren zusammen:
- Kürzere Tage: Rund um die Wintersonnenwende ist es nur etwa acht Stunden hell, im Juni rund doppelt so lange.
- Flacher Sonnenstand: Die Sonne steht tief, das Licht legt einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück und trifft schräger auf die Module.
- Mehr Wolken und Nebel: Gerade im November und Dezember gibt es im Rhein-Main-Gebiet viele trübe Tage.
- Längere Schatten: Bäume, Nachbargebäude oder Gauben werfen bei tiefer Sonne deutlich längere Schatten als im Sommer.
- Schnee: Liegt eine geschlossene Schneedecke auf den Modulen, kommt kaum Licht an.
Die Folge: In den Monaten Dezember und Januar erzeugt eine Anlage nur einen kleinen Bruchteil dessen, was sie im Juni oder Juli schafft. Ab Februar steigt der Ertrag spürbar wieder an.
Kälte ist kein Problem – sondern eher ein Vorteil
Viele Hausbesitzer glauben, dass Frost der Anlage schadet. Das stimmt nicht. Solarmodule arbeiten bei niedrigen Temperaturen sogar effizienter als bei Hitze. Steigt die Modultemperatur, sinkt die Leistung. Deshalb erreichen Module ihre höchste Momentanleistung oft an klaren, kalten Frühlingstagen und nicht im Hochsommer.
An einem sonnigen, frostigen Wintertag kann Ihre Anlage um die Mittagszeit also durchaus ordentlich Strom liefern. Über den ganzen Tag gerechnet bleibt der Ertrag wegen der kurzen Tage trotzdem deutlich unter dem Sommerniveau.
Was tun bei Schnee auf den Solarmodulen?
Schnee ist im Rhein-Main-Gebiet meist nur an wenigen Tagen im Jahr ein Thema. Trotzdem lohnt sich ein Blick darauf:
Schnee rutscht oft von selbst ab
Die glatte Glasoberfläche der Module und die Neigung des Dachs sorgen dafür, dass Schnee häufig von allein abrutscht – besonders, sobald die Sonne die Module etwas erwärmt. Je steiler die Module geneigt sind, desto schneller sind sie in der Regel wieder frei.
Bitte nicht selbst aufs Dach steigen
Ein verschneites oder vereistes Dach ist lebensgefährlich. Steigen Sie nicht selbst auf das Dach, um Module freizuräumen. Auch harte Werkzeuge wie Schaufeln oder Eiskratzer können die Glasoberfläche zerkratzen. Der geringe Mehrertrag an einem Wintertag steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
Wann ein Fachbetrieb gefragt ist
Bei außergewöhnlich großen Schneemengen kann das Gewicht Module und Unterkonstruktion stark belasten. Wenn Sie Schäden vermuten, etwa verbogene Rahmen, Risse im Glas oder auffällig niedrige Werte in der App, lassen Sie die Anlage von einem Fachbetrieb prüfen.
Lohnt sich ein Stromspeicher im Winter?
Ein Batteriespeicher speichert tagsüber erzeugten Solarstrom, den Sie gerade nicht verbrauchen, und gibt ihn abends wieder ab. Im Sommer ist der Speicher oft schon mittags voll. Im Winter sieht das anders aus: An vielen Tagen verbraucht Ihr Haushalt den wenigen Solarstrom direkt, sodass kaum Überschuss für den Speicher übrig bleibt.
Das heißt nicht, dass ein Speicher im Winter nutzlos ist. An sonnigen Wintertagen hilft er, den Mittagsstrom in den Abend zu verschieben. Der eigentliche Vorteil eines Speichers liegt aber in der Übergangszeit und im Sommer. Wichtig für Ihre Planung: Die Größe des Speichers sollte zu Ihrem Verbrauch und Ihrer Anlage passen. Ein überdimensionierter Speicher bringt im Winter keinen zusätzlichen Nutzen.
PV-Anlage und Wärmepumpe: Was gilt im Winter?
Eine Wärmepumpe braucht genau dann am meisten Strom, wenn die Solaranlage am wenigsten liefert. Im Hochwinter deckt Ihre PV-Anlage daher nur einen kleinen Teil des Wärmepumpen-Stroms. In der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst sieht es deutlich besser aus: Dann wird zwar noch geheizt, die Anlage liefert aber schon oder noch spürbar Strom. Außerdem bereitet die Wärmepumpe im Sommer Warmwasser zu – hier passt Solarstrom sehr gut.
Die Kombination lohnt sich also über das ganze Jahr betrachtet, nicht nur im Winter. Realistische Erwartungen helfen, später nicht enttäuscht zu sein.
So holen Sie im Winter mehr aus Ihrer Anlage
| Maßnahme | Was sie bringt |
|---|---|
| Verbrauch in die Mittagsstunden legen | Wasch- und Spülmaschine an sonnigen Tagen mittags starten erhöht den Eigenverbrauch. |
| Monitoring-App im Blick behalten | Ungewöhnlich niedrige Werte an sonnigen Tagen können auf einen Fehler hinweisen. |
| Verschattung prüfen | Bei tiefer Sonne fallen Schatten von Bäumen stärker ins Gewicht – ein Rückschnitt kann helfen. |
| Schnee abrutschen lassen | Geduld statt Leiter: Meist sind die Module nach kurzer Zeit wieder frei. |
| Bei der Planung an den Winter denken | Ausrichtung, Neigung und Verschattung beeinflussen, wie viel Strom in der dunklen Jahreszeit ankommt. |
Warum der Winter ein guter Zeitpunkt für die Planung ist
Wer im Winter plant, ist im Frühjahr startklar – genau dann, wenn die Erträge wieder kräftig steigen. Die Montage einer PV-Anlage ist bei trockenem Wetter grundsätzlich auch in der kalten Jahreszeit möglich. Bei Syrink Solar übernehmen wir die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister für Sie, die Montage erfolgt fachgerecht nach VDE.
Wie viel Ihr Dach über das ganze Jahr liefern kann, können Sie mit unserem Solarplaner einschätzen. Antworten auf weitere Fragen rund um Ablauf und Zahlung finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Häufige Fragen
Produziert eine PV-Anlage bei bewölktem Himmel überhaupt Strom?
Ja. Auch diffuses Licht bei Bewölkung wird in Strom umgewandelt, allerdings deutlich weniger als bei direkter Sonne. An sehr trüben Wintertagen kann der Ertrag sehr gering ausfallen.
Schadet Frost den Solarmodulen?
Nein. Solarmodule sind für den Einsatz im Freien bei Hitze, Kälte, Regen und Schnee gebaut. Niedrige Temperaturen verbessern sogar den Wirkungsgrad der Module.
Muss ich Schnee von meiner Solaranlage entfernen?
In der Regel nicht. Schnee rutscht meist von selbst ab. Steigen Sie wegen der Absturzgefahr nicht selbst aufs Dach. Bei sehr großen Schneemengen oder sichtbaren Schäden wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
Lohnt sich eine PV-Anlage trotz des schwachen Winters?
Ob sich eine Anlage für Sie lohnt, hängt vom Ertrag über das ganze Jahr, Ihrem Verbrauch und Ihrem Dach ab – nicht von einzelnen Wintermonaten. Eine individuelle Planung zeigt Ihnen, was auf Ihrem Dach realistisch ist.
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